- hier bin ich wieder, vorgestern abend mit 2 Stunden Verspätung und leichtem Temperaturschock (von 37 auf 15 Grad) hier in Puerto Montt, Südchile, gelandet.
Aber bevor ich anfange, kurz von den Tagen in Argentiniens Hauptstadt zu berichten, wünsche ich euch allen frohe Weihnachten, ich hoffe hier lasst euch nicht einschneien und genießt die wohl einzige weiße Weihnacht in 20 Jahren, die ich natürlich verpasse ;) - in der deutschen Heimat sind wohl jetzt alle schon mitten im Weihnachtstreiben, Kirche, Bescherung, Essen, Familientreffen- davon merke ich irgendwie bis jetzt gar nichts. Bei unserer Abschlussparty in Buenos Aires, bei der wir auch nachts um 3 noch in Shorts und T-Shirts draußen im Garten saßen und uns von den Mücken halb auffressen ließen, fiel uns auf einmal auf, dass ja in 2 Tagen schon Weihnachten ist- und irgendwie war das schon für uns alle ein komisches Gefühl. Alles, was in Deutschland ja irgendwie Weihnachten ausmacht, die Gemütlichkeit, die Kälte draußen, das typische Weihnachtsessen etc fällt ja irgendwie weg. Das einzige (sehr besinnliche) Indiz für die Zeit des Jahres, in der wir uns ja nun auch auf der anderen Seite der Welt befinden, sind diese geschmackvollen Plastiktannen, die überall auftauchen: mit bunt- blinkenden Lichterketten, reichlich Lametta und auch mal dezent aufgetragenem Kunstschnee bringen diese kleinen Schmuckstücke einen in eine wahnsinnig besinnliche Weihnachtsstimmung, wie man sich wahrscheinlich denken kann.
Bevor für mich dann die lang ersehnten Sommerferien anfingen, hieß es im Kindergarten erstmal Abschied nehmen: viele Kinder gehen nach dem Sommer zur Schule oder kommen aufgrund von Wohnungswechseln etc in andere Kindergärten- also ging ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Ferien, weil ich die Kinder, die nun gehen, nach dem Sommer sicherlich vermissen werde.
Nun aber zu den Seminartagen in Buenos Aires: natürlich waren diese knappen 6 Tage viel zu wenig Zeit, um eine so riesige und vielfältige Stadt auch nur annäherend kennenzulernen- besonders dann, wenn man ein relativ straffes Seminarprogramm zu bewältigen hat. Aber schon allein durch die täglichen 1,5 Stunden Tango- Unterricht und die freien Momente, in denen wir einfach durch schöne Stadtviertel wie San Telmo und Palermo, aber auch durch das chaotische heiße und dreckige Zentrum schlendern konnten, haben wir einen kleinen Einblick in Buenos Aires als Lebensgefühl und auch als riesige Metropole bekommen können. Von Santiago unterscheidet sich diese Stadt nicht nur dadurch, dass sie mit ganzen 13 Millionen Einwohnern ca. 3mal so groß ist, sondern auch durch ein ganz anderes Stadtbild, sowohl in Sachen Architektur als auch im Aussehen der Menschen sieht man einen größeren Unterschied, als man es sich vorher vorstellt. Da die Stadt noch viel riesiger ist, ist auch die Armut- zumindest vermute ich das nach dem ersten Eindruck- eine noch größere und miserablere als in Santiago. An jeder Ecke schlafen Obdachlose, teils auch mit Kindern, die um sich herum riesige Berge aus dem Müll aufbauen, den sie meistens nachts mit großen Karren von den Straßen aufsammeln- natürlich existiert das in Santiago genauso, allerdings habe ich es nie in so einer Masse wahrgenommen wie in Buenos Aires. Ein anderer interessanter Moment des Seminars war zum Beispiel der Vortrag einer Quechua- Frau, einer Angehörigen dieses Indio-Volkes, das nicht nur (wie meist bekannt) in Peru, sondern auch teils in Argentinien, Bolivien, Chile und bis nach Kolumbien verbreitet war und ist. Im Gespräch mit dieser Frau, die in Buenos Aires lebt und trotzdem Teile der uralten Kultur und Ideologie ihres Volkes weiterlebt, konnten wir einiges über die ursprüngliche Bevölkerung Argentiniens und Südamerikas lernen- obwohl boch viele Angehörige dieser Stämme auch in den größeren Städten leben, bekommt man meist nicht allzu viel von ihnen und ihrer Lebensart mit.
Nach diesen interessanten, ereignisreichen und auch anstrengenden Tagen mit all den anderen Freiwilligen bin ich nun also mit Martin zusammen bei seiner Familie in Puerto Montt angekommen- hier bleiben wir nun bis Mitte Januar. Ich bin mal gespannt, wie sich das Wetter hier entwickelt- ich liebe den Süden Chiles zwar für seine grünen Landschaften, aber die entstehen ja nun auch nicht von selber- da muss schon jeeeeeeede Menge Regen her, also kann auch mal ein ganzer Sommer vollkommen verregnet sein. Lassen wir uns mal überraschen- danach erwartet uns ja in Brasilien noch genug Sonne!
Jetzt noch ein paar (leider wenige) Fotos aus Buenos Aires- ich entschuldige mich für meine Fotografier-Faulheit und hoffe, ihr könnt trotzdem einen kleinen Eindruck gewinnen!
und nochmal: feliz navidad!
Alena
Freitag, 24. Dezember 2010
Montag, 13. Dezember 2010
Se vienen las VACACIONES!
Hallo an euch alle,
hier melde ich mich auch mal wieder zu Wort, kurz vor den lang ersehnten und redlich verdienten Sommerferien. Wie überall steht in dieser Zeit jede Menge an, es wird viel unternommen und irgendwie wird einfach gute Laune verbreitet. Und das liegt nicht nur daran, dass Martin und auch die meisten meiner Freunde hier schon ihre letzten Klausuren hinter sich haben und jetzt, genau wie ich, an den Wochenenden quasi endlos Zeit haben...
Auch der Rest meiner Zeit ist ganz gut von den sich annäherenden Sommerferien (und natürlich auch dem Weihnachtsfest) ausgefüllt: jeden Tag werden nun Kekse gebacken und verziert, um sie in den wohlhabenderen Waldorfschulen zu verkaufen, es werden weihnachtliche Laternen gebastelt usw.
Am Freitag fand aber das absolute Highlight für die Kinder statt: der Jahresabschluss-Ausflug des Kindergartens. Schon vor 2 Monaten haben wir angefangen, auf den Basar-Samstagen im Kindergarten Lose und Sandwiches zu verkaufen, um von dem Geld ein Gelände für unseren Tagesausflug anzumieten. Und dann ging es Freitagmorgen andlich los: durch die guten Kontakte der Directiva- Mitglieder wurden uns sowohl der Bus, in dem alle Kinder+ Eltern und Geschwister Platz fanden, als auch Hamburger zum Grillen vor Ort gratis zur Verfügung gestellt. Das Gelände, das wir uns ausgesucht hatten, war perfekt für einen solchen Tag: es gab einen Pool, große Wiesen, Schaukeln und einen Grillplatz (letzteres ist für einen chilenischen Ausflug dieser Art nicht wegzudenken- der obligatorische Asado muss immer sein). Bei strahlender Sonne und 27°C lagen wir also den ganzen Tag in der Sonne und haben leckere Hamburger gegessen- so lässt es sich leben! Und die Kinder hatten natürlich auch einen riesigen Spaß mit dem Pool, einige sogar so viel, dass sie sich todesmutig und ohne Schwimmflügel in die Fluten gestürzt haben- zum Glück waren die Väter dabei, die alle kleinen Abenteurer wieder wohlbehalten aus dem Becken fischen konnten. (Zitat Camilo: "Tante Alena, ich bin grad fast ertrunken und mein Papa hat mich gerettet, aber ich hatte gar keine Angst, obwohl ich erst dachte da wäre ein Hai unter mir!" :D)
Den Rest des Wochenendes habe ich dann mit Martin zusammen auf der Abschiedsparty eines Freundes verbracht, der über die Sommerferien in die USA geht- auf dem Bauernhof seines Onkels wurde dann wieder (vorsicht, Überraschung:) gegrillt und die frische Luft außerhalb der Stadt genossen- auch wenn es unglaublich kalt war- viel zu kalt eigentlich für Dezember, wie alle sagen- aber naja, für mich sind die Temperaturen trotzdem sommerlich genug ;)
Und nun gehts also auch schon am Donnerstagmorgen los nach Buenos Aires, in die Riesenstadt, gegen die mir Santiago wahrscheinlich wie ein kleines Städtchen vorkommen wird- ich bin mal gespannt! Danach dann auch gleich weiter in den Süden nach Puerto Montt und dann nach Brasilien. Ich werde Santiago also erstmal für 1,5 Monate den Rücken kehren- und auch wenn ich die Stadt irgendwie gerne mag: ein sehr erfrischender Gedanke!
Ich wünsch allen eine schöne Adventszeit und, falls ich mich vorher nicht mehr melde, frohe und erholsame Weihnachten!
Liebste Grüße und abrazos aus Chile.
Alena
hier melde ich mich auch mal wieder zu Wort, kurz vor den lang ersehnten und redlich verdienten Sommerferien. Wie überall steht in dieser Zeit jede Menge an, es wird viel unternommen und irgendwie wird einfach gute Laune verbreitet. Und das liegt nicht nur daran, dass Martin und auch die meisten meiner Freunde hier schon ihre letzten Klausuren hinter sich haben und jetzt, genau wie ich, an den Wochenenden quasi endlos Zeit haben...
Auch der Rest meiner Zeit ist ganz gut von den sich annäherenden Sommerferien (und natürlich auch dem Weihnachtsfest) ausgefüllt: jeden Tag werden nun Kekse gebacken und verziert, um sie in den wohlhabenderen Waldorfschulen zu verkaufen, es werden weihnachtliche Laternen gebastelt usw.
Am Freitag fand aber das absolute Highlight für die Kinder statt: der Jahresabschluss-Ausflug des Kindergartens. Schon vor 2 Monaten haben wir angefangen, auf den Basar-Samstagen im Kindergarten Lose und Sandwiches zu verkaufen, um von dem Geld ein Gelände für unseren Tagesausflug anzumieten. Und dann ging es Freitagmorgen andlich los: durch die guten Kontakte der Directiva- Mitglieder wurden uns sowohl der Bus, in dem alle Kinder+ Eltern und Geschwister Platz fanden, als auch Hamburger zum Grillen vor Ort gratis zur Verfügung gestellt. Das Gelände, das wir uns ausgesucht hatten, war perfekt für einen solchen Tag: es gab einen Pool, große Wiesen, Schaukeln und einen Grillplatz (letzteres ist für einen chilenischen Ausflug dieser Art nicht wegzudenken- der obligatorische Asado muss immer sein). Bei strahlender Sonne und 27°C lagen wir also den ganzen Tag in der Sonne und haben leckere Hamburger gegessen- so lässt es sich leben! Und die Kinder hatten natürlich auch einen riesigen Spaß mit dem Pool, einige sogar so viel, dass sie sich todesmutig und ohne Schwimmflügel in die Fluten gestürzt haben- zum Glück waren die Väter dabei, die alle kleinen Abenteurer wieder wohlbehalten aus dem Becken fischen konnten. (Zitat Camilo: "Tante Alena, ich bin grad fast ertrunken und mein Papa hat mich gerettet, aber ich hatte gar keine Angst, obwohl ich erst dachte da wäre ein Hai unter mir!" :D)
Kindergarten- Ausflug
Wanglén
Completos essen mit Javiera
der verlassene Hof der Esuela de Ingenería der Universidad Catolica am Sonntag- und nicht mal den dort studierenden waren diese wunderschönen Blüten bisher aufgefallen... Typisch Ingenieure.
Abschiedsparty!
Und nun gehts also auch schon am Donnerstagmorgen los nach Buenos Aires, in die Riesenstadt, gegen die mir Santiago wahrscheinlich wie ein kleines Städtchen vorkommen wird- ich bin mal gespannt! Danach dann auch gleich weiter in den Süden nach Puerto Montt und dann nach Brasilien. Ich werde Santiago also erstmal für 1,5 Monate den Rücken kehren- und auch wenn ich die Stadt irgendwie gerne mag: ein sehr erfrischender Gedanke!
Ich wünsch allen eine schöne Adventszeit und, falls ich mich vorher nicht mehr melde, frohe und erholsame Weihnachten!
Liebste Grüße und abrazos aus Chile.
Alena
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